Technologie
Welche Technologien kamen bei der Biomethananlage Unsleben zum Einsatz?
Der Aufstellungsplan der Biomethananlage Unsleben
Der Aufstellungsplan der Biomethananlage Unsleben zeigt, welche Anlagenteile bereits vorhanden sind und welche ergänzt werden.
So waren die Bestandsbiogasanlage und das Blockheizkraftwerk bereits vorhanden. Die Erweiterung der Biogasanlage, die Biogas- Aufbereitungsanlage und die Biomethan- Einspeise- Anlage gehören dem Ausbau zur Biomethananlage an.
Die Technologien und Bestandteile der Anlage werden im Folgenden einzeln erläutert.
Die Biogasanlagentechnologie

Die der Gasaufbereitung nachfolgende Biomethaneinspeiseanlage wurde von den Firmen Schandl GmbH und Elster GmbH errichtet. Um den neu entstehenden größeren Substratbedarf abdecken zu können, wurden neue Silos errichtet. Diese können nun zusammen mit den vorhandenen Silos insgesamt 38.000t Mais- und Ganzpflanzensilage fassen. Zur Beschickung der Fermenter werden pro Jahr 34.000t nachwachsende Rohstoffe benötigt.
Die alte Biogasanlage produziert in einem Fermenter ca. 350 Nm³/h Rohbiogas aus den gelieferten Substraten. Die neue Biogasanlage hat einen deutlich größeren Fermenter zur Vergärung der Substrate. Auch ein entsprechend großer Nachgärer wurde hergestellt. In diesen beiden Behältern entstehen pro Stunde ca. 700 Nm³ Rohbiogas.
Das von der Bestandsanlage erzeugte Rohbiogas wird weiterhin vollständig im bestehenden BHKW verstromt. Der produzierte Strom wird in das Stromnetz eingespeist. Dies entspricht ca. 7.000.000 kWh pro Jahr. Die dabei erzeugte Wärme wird zur Beheizung der bestehenden und neuen Fermenter sowie der Aufbereitungsanlage als auch zur Versorgung des Wärmenetzes der Gemeinde Unsleben und der Gärtnerei Förster verwendet. 
Das in der neuen Biogasanlage erzeugte Biorohgas, also ca. 700 Nm³, wird zur Weiterverarbeitung an die Biogas- Aufbereitungsanlage abgegeben.
Quelle: RES Projects GmbH
Die Biogasaufbereitungstechnologie (BGAA)

Das in Unsleben verwendete Biogasaufbereitungsverfahren wurde von der Firma MT Biomethan GmbH hergestellt und funktioniert durch eine chemische Wäsche mit Diethanolamin (DEA). Hierbei wird das CO2 bereits bei Umgebungsdruck gelöst. Dieses Verfahren ist besonders ressourcenschonend, da nur ein sehr geringer Strombedarf im Vergleich zu anderen Aufbereitungsverfahren benötigt wird.

Die Gasaufbereitungskapazität der Anlage in Unsleben liegt bei ca. 700 Nm³/h Rohbiogas bei einer garantierten Gasreinheit des Produktgases von max. 2 Vol.-% CO2. Der Methanverlust während des Verfahrens beträgt max. 0,1 Vol.-%.
Quelle: RES Projects GmbH
Zur Aufbereitung des Rohbiogases gehört neben der Abtrennung von CO2 auch die Entschwefelung. Diese findet mittels Aktivkohlefilter statt.
Anschließend wird das Rohbiogas im Kühler entfeuchtet, damit während des Aufbereitungsprozesses keine Änderungen in den Konzentrationsverhältnissen der Aminlösung durch das zusätzlich vorhandene Wasser auftreten kann.
Bei der eigentlichen Aminwäsche im Absorber fließt das Waschwasser (Diethanolamin) im Gegenstrom von oben nach unten dem aufströmenden Rohbiogas entgegen. Bei einer Temperatur von ca. 40°C nimmt die Aminlösung das im Biogas enthaltene Kohlendioxid auf und transportiert es zum Erhitzer. Das weiterhin aufströmende Rohbiogas enthält am Ende des Absorbers nur noch ca. 2 Vol.-% CO2.
Nach der Reinigung muss das Biomethan wieder gekühlt und nochmals getrocknet werden, bevor es in das Erdgasnetz eingespeist werden kann.
Die Waschlösung kann wieder verwendet werden. Hierzu ist nur eine Erhitzung der mit Kohlendioxid beladenen Waschlösung nötig. Bei diesem Vorgang gibt die Waschlösung das Kohlendioxid vollständig wieder ab und kann dem Reinigungsprozess erneut zugeführt werden.
Die Biomethaneinspeisetechnologie (BGEA)

Die der Gasaufbereitung nachfolgende Biomethaneinspeiseanlage wurde von der Firma Schandl errichtet. Sie konditioniert das Biomethan auf die von den DVGW-Arbeitsblättern G260, G262 und G685 geforderten Qualitäten.

Die brennwerttechnischen Eigenschaften des erzeugten Biomethans müssen, bevor es als Austauschgas in ein Erdgasnetz eingespeist werden kann, genau auf die Qualität des aufnehmenden Gasnetzes eingestellt werden. Die erforderliche Konditionierung erfolgt durch Zumischung von Flüssiggas.
Quelle: RES Projects GmbH
Nach der Biogasaufbereitung werden zunächst das Gasvolumen und die Gasqualität gemessen. Diese Werte dienen als Abrechnungsgrundlage und zur Prüfung der Einspeisebedingungen, die eingehalten werden müssen.
Während der Konditionierung wird der Brennwert auf die Netzerfordernisse angepasst. Die Druckerhöhungsstation ist nötig, um den Druck des erzeugten Biomethans auf den des Erdgasnetzes anzupassen, um eine Einspeisung zu ermöglichen. Um einen Gasaustritt im Gasnetz schnell zu erkennen, wird das Biogas, wie jedes andere Gas in einem Ortsverteilnetz, in einem letzten Schritt odoriert, das heißt, es wird mit Geruchsstoffen versetzt. Das nun nicht mehr geruchsneutrale Biomethan wird nun in das Erdgasnetz abgegeben.
Die Gasnetzrückspeisestation

Die Gasnetzrückspeisestation wird von der RMG Wäga GmbH hergestellt. Diese Anlage ist erforderlich, da das im Ortsverteilnetz eingespeiste Gas zu bestimmten Zeitpunkten nicht vollständig verbraucht werden kann. Um eine Überdrucksituation zu verhindern, wird das Gas rückgespeist, also auf die vorhergehende Druckstufe angepasst.
Quelle: RES Projects GmbH
Welche Idee steckt hinter unserem Biomethanprojekt?
Wie erfolgte die Umsetzung unseres Biomethanprojekts?
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